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"Wok du wolle ?" So steht es als Frage im Fenster des "Tian Tan"und auch auf der Frontseite von Speisekarten und Flyern. Ist wohl chinesischer Humor und die Antwort kann eigentlich nur lauten "Wok du kriege!".
Ambiente: Was von aussen wie ein Puppen- oder Knusperhäuschen aussieht kann innen schon allein von den Räumlichkeiten her kein Palast und auch keine Halle sein. So wie hier es hier aussieht scheint das "Tian Tan" seit Jahrzehnten im Dornröschenschlaf zu liegen und so hat es früher auch in zig anderen chinesischen Gastrotempeln in diesem unserem Lande ausgesehen. Rote Chinalampions unter der Decke soweit das Auge reicht und viel anderer chinesischer Dekokram. Mehr als knapp dreissig Sitzplätze gibt es hier nicht und dabei habe ich die drei Barhocker vor dem mit Werbeschildern übersäten Tresen und die drei Barhocker rund um den Stehtisch schon mitgezählt. Rote Chinabestuhlung an den Dreiertischen im kleinen vorderen Raum wie auch an den Dreier- bzw. den beiden Vierertischen im hinteren auch nicht viel grösseren und etwas düsteren Raum. An den Nassräumen hat der Zahn der Zeit kräftig genagt. Für das Ambiente vergebe ich zweieinhalb Sterne.
Sauberkeit: Die Tische sind blitzsauber, die Fussböden sind es ebenfalls. Auch im Bereich der Nassräume gibt es nichts zu meckern. Im krassen Gegensatz dazu die Oberseiten der grossen roten China-Papierlampions; auf ausnahmslos allen liegt eine beim besten Willen nicht zu übersehende Staubschicht. Gerne hätte ich für den Bereich "Sauberkeit" vier Sterne vergeben; einen ziehe ich wegen der schmutzigen Lampions ab, verbleiben also drei.
Service: Insgesamt arbeiten hier drei Personen. Eine ältere Chinesin werkelt hinter dem Tresen, nimmt am Tisch die Bestellungen auf, bringt die Getränke und kümmert sich um die zahlreichen eingegehenden Anrufe. Hier wird offenbar viel telefonisch bestellt und wandert fünfzehn oder zwanzig Minuten später als "Essen to go" über den Tresen. In der Küche arbeiten eine junge Chinesin, die auch die Speisen an die Tische bringt, und ein Mann. Wer von den beiden dabei am Wok wem zuarbeitet weiss ich nicht. Für das Kassieren ist dann wieder die ältere Chinesin zuständig. Eine Registrierkasse habe ich nirgendwo gesehen, auch wird nicht auf einem Blöckchen zusammengerechnet. Die Dame rechnet alles im Kopf aus, einen Beleg gibt es nicht und das von ihr in Empfang genommene Geld landet in einer Schublade unter dem Tresen. Kann sich jetzt jeder selbst seinen Reim darauf machen. Für den Service vergebe ich zweieinhalb Sterne.
Essen und Trinken: Finde ich in einem sogenannten Chinarestaurant auf der Karte Tsingtao-Bier freue ich mich jedesmal und bestelle es auch immer. Einer meiner Vorfahren war nämlich 1903 zu deutschen Kolonialzeiten an verantwortlicher Stelle beim Bau der damaligen Germania-Brauerei in Tsingtao (auch Quingdao) mit dabei und hat bis zu seinem Tode immer wieder davon geschwärmt; es war sein erster und einziger Auslandsaufenthalt überhaupt gewesen. Wie zu hören ist, gibt es bei der Tsingtao Brewery Co., Ltd. immer noch einen deutschen Braumeister. Vom deutschen Reinheitsgebot hat man sich allerdings schon vor Jahrzehnten verabschiedet, seither ist beim Brauen des Tsingtao Schankbieres auch Reis mit im Spiel. Für die Flasche Tsingtao (0,3l) habe ich EUR 2,00 bezahlt; sie hat wie immer gut geschmeckt. Und selbst wenn nicht; eine muss im Andenken an meinen Vorfahren sein. Wobei ich hoffe, dass auch nach meinem Tod im Gedenken an mich die ein und andere Flasche geleert werden wird.
Gegessen habe ich als Vorspeise eine Wantan Suppe für EUR 2,60 und als Hauptgericht "Bami Goreng mit Ente"; mit EUR 10,00 das teuerste Gericht auf der Karte. Wobei die Karte insgesamt acht Vorspeisen, zehn Suppen, sechs vegetarische Speisen, neun Bratreisgerichte, neun Bratnudelgerichte, zwölf Gerichte mit Huhn, acht Gerichte mit Schwein, neun Gerichte mit Rind, acht Gerichte mit Meeresfrüchten, fünfzehn sogenannte "Spezialitäten", fünf Thai-Gerichte, drei Desserts und fünf "Neue Spezialitäten aus Vietnam" beinhaltet.
Wirklich sehr gut geschmeckt hat mir die Wantan Suppe; so gut habe ich sie lange nicht mehr gegessen und die drei Wantan darin waren meiner Ansicht nach nicht zugekauft sondern wirklich selbstgemacht. Hatte ich da etwa ein neues "chinesisches Lieblingsrestaurant " für mich entdeckt? Leider nein, denn die Ernüchterung folgte mit dem Hauptgericht auf dem Fusse. Das "Bami Goreng mit Ente" hatte als Basis "Bami Goreng indon. Art mit Krabben, Hühnerfleisch, Schweinefleisch, Schinken, Gemüse und Ei" für EUR 6,00, wobei nichts daran angefangen bei den Nudeln auch nur entfernt "indonesisch" war . Krabben, Schwein, Huhn, Gemüse sowie Ei waren nur wenig vertreten und Schinken habe ich nicht ein einziges Fitzelchen gefunden. Über dieses Machwerk, so muss ich es einfach benennen, war eine in Scheiben geschnittene total übergarte Entenbrust (das waren die vier Euro, die zum Endpreis des Gerichtes führten) gebreitet. Geschmeckt hat mir das alles nicht, aufgegessen habe ich deshalb auch nicht. Gut, dass sich bei den derzeit hier herrschenden Temperaturen ein gewisses Völlegefühl bei mir recht zeitig einstellt. Wäre dieses Gericht von der Qualität so wie die Suppe gewesen, hätte ich hier guten Gewissens vier Sterne vergeben. So reicht es allenfalls zu wirklich gutgemeinten zwei Sternen.
Preis-/Leistungsverhältnis: Geht so; zweieinhalb Sterne.
Fazit: siehe Titel meines Berichts. Wiederkommen höchst fraglich; falls doch, esse ich drei Teller Wantan Suppe und bin anschliessend zufrieden.