"Unverändert ziemlich ordentlich"
Geschrieben am 18.08.2019 2019-08-18 | Aktualisiert am 19.08.2019

"Von Bankenkrise keine Spur"
Geschrieben am 13.07.2019 2019-07-13

"Lunch mit Selbstversuch"
Geschrieben am 06.07.2019 2019-07-06 | Aktualisiert am 07.07.2019

"Unterm Radar fliegen"
Geschrieben am 28.06.2019 2019-06-28

Nach wie vor ist der Service hier immer sehr gut. Man merkt eben, dass alle Besitzer sind. Es ist nicht der streng korrekte Service des Fährhauses Sylt, aber eben sehr zugewandt, freundlich und offen für Kritik. Angenehm ist hier auch ein großzügiger Tischabstand.
Conrad, der unseren Service an diesem Abend in die Hand nahm, erkannt uns sofort wieder, obwohl wir lange nicht hier waren.
Champagner war leider nicht verfügbar, stattdessen eine rosé Prosecco. Immerhin prickelt es. Mit 4,50 / 0,1 ist der natürlich sehr günstig.
Ein gut gekühltes Loona feinperlig im Kühler stand auch bald auf unserem Tisch (6,50).
Meine Frau bat um einen Blattsalat mit Ziegenkäseverzicht und mit Schalotten-Vinaigrette (6,50), was problemlos zu machen war, obwohl er nicht auf der Karte stand. Ich als der stets pflegeleichtere nahm das Beef&Reef-Carpaccio aus Rind und Thunfisch, was klassisch zubereitet war mit Rucola, Parmesan und ein wenig Balsamico/Öl (10,00). Das Brot dazu war hinreichend frisch, aber ein wenig zäh. Wir beide tranken je ein Glas Rotwein dazu (Primitivo doppio passo zu 3,60 und Chianti zu 5,00/0,1)
Zum Hauptgericht und zum Dessert nahmen wir ungerührt den Studier-Riesling aus der Pfalz (0,2, zu 4,50).
Meine Frau bestellte ein Filetsteak von 250 g medium (32,00) mit Bratkartoffeln für zwei und Rosmarienjus, das zweifellos die beste Leistung des Abends war. Mein 300-Gramm-Rumpsteak bestellte ich medium rare zu 27,50 mit einem kleinen Caesars Salad zu 3,00 Euro, ein Sonderangebot.
Seit Sylt verfolgen uns nicht eingehalten Garpunkte. So auch hier, alles zu weit grau. Die Röststreifen des heißen Gussgrills waren aber sehr präsent. Die Bratkaroffeln hätten ein wenig mehr Zeit in der Pfanne oder mehr Hitze gebraucht, was wir auch mitteilten. Besserung wurde gelobt. Die Kräuterbutter war eine gute Eigenproduktion. Mein Beilagen-Caesars salad war leider nur geschnitten, nicht aber gerupft. Das längste Teil vom Teller hatte gut und gern 25 cm. Da half nur, es wie Spaghetti um die Gabel zu wickeln. Ansonsten schmeckt der Salat aber typisch und sehr gut. Das Beweisfoto ist leider etwas unscharf, weil ich mein Handy vergessen hatte.
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Zum Dessert nahm meine Frau ein Schoko-Soufflé – der übliche gute Convenience Standard (6,50) und wegen fehlenden Champagners noch ein Glas vom Studier-Riesling. Ich bestellte mir die Dessert-Variationen aus Schokokuchen, Brombeereis und Heidelbeeren (7,50). Mein Eis sollte eigentlich ein Sorbet sein, schmeckt aber keinesfalls milchfrei. Trotzdem waren beide Desserts sehr schmackhaft. Das hoch aromatische Eis harmonierte sehr gut mit dem dunklen Schokostück. Die Heidelbeeren waren frisch und knackig.
Da Joachim Stern ja nicht mehr zur Verfügung steht, werden wir wohl nicht mehr so selten kommen, wenn ich wieder einmal keine Lust zum Kochen habe. Die Freundlichkeit wiegt so manche kleine Kompromisse auf.